Bauschaden-Atlas Coburg
Welche Bauschäden auftreten, hängt in Coburg stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Coburg dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.
Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.
Bauepochen und Schäden in Coburg im Überblick
| Stadtteil | Bauepoche | Bausubstanz | Häufigster Schaden |
|---|---|---|---|
| Innenstadt (Altstadt) | Spätmittelalter bis Renaissance und Barock (15. bis 18. Jahrhundert) | Geschlossene Altstadt innerhalb der erhaltenen Stadtmauer mit ihren drei Toren. Renaissancebauten aus Sandstein prägen das Bild, dazu verputzte Bürgerhäuser mit Fachwerkkonstruktion in den Obergeschossen, tiefe Gewölbekeller und dichte Blockrandbebauung. | Krustenbildung, Absanden und Abplatzen am Sandstein der Renaissancefassaden und Gewände |
| Bahnhofsviertel | Gründerzeit und Jugendstil (1870 bis 1914) | Repräsentative Wohn- und Geschäftshäuser mit reich gegliederten Putz- und Sandsteinfassaden, dazu Villen mit Souterrain. Das Viertel liegt im ehemaligen Überschwemmungsgebiet der Itz und wurde erst nach deren Regulierung dicht bebaut. | Eindringendes und drückendes Wasser in den Kellern, wenn die Itz Hochwasser führt |
| Ketschendorf | Villen um 1900, Siedlungs- und Geschosswohnungsbau der 1930er bis 1960er Jahre | Südlicher Stadtteil mit Schloss Ketschendorf, Villen der Jahrhundertwende und großen Wohnanlagen. Der Geschosswohnungsbau der Nachkriegsjahrzehnte arbeitet mit Ziegel- und Hohlblockmauerwerk, Stahlbetondecken, Balkonen und Loggien. | Betonkorrosion und Abplatzungen an auskragenden Balkonplatten und Loggien des Geschosswohnungsbaus |
| Wüstenahorn | 1950er bis 1970er Jahre | Westlich gelegener Stadtteil in Hanglage mit Zeilenbauten, Reihen- und Einfamilienhäusern der Nachkriegszeit. Einschaliges Ziegel- und Hohlblockmauerwerk, Stahlbetondecken, teils Kriechkeller. | Hang- und Schichtenwasser drückt gegen die erdberührten Bauteile, weil eine Drainage fehlt |
| Neuses | 18. und 19. Jahrhundert im Ortskern, Ergänzungen der Nachkriegszeit | Ehemals selbständiges Dorf im Norden der Stadt mit Fachwerkhäusern, Sandsteinbauten und ehemaligen Hofstellen. Am Rand Einfamilienhäuser der 1950er bis 1980er Jahre. | Schwellenfäule am Fachwerk, weil das Geländeniveau durch Asphalt und Pflaster über die Schwelle angehoben wurde |
| Creidlitz | Arbeiterwohnhäuser um 1900 bis 1930, Wohnbau der Nachkriegszeit | Südlicher Stadtteil an der Itz mit einfachen Ziegelwohnhäusern der Industrialisierungszeit, ehemaligen Gewerbe- und Werkstattbauten sowie Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte. | Durchfeuchtete Keller durch hohen Grundwasserstand und Rückstau bei Hochwasser der Itz |
| Scheuerfeld | Dorfkern des 19. Jahrhunderts, Neubaugebiete der 1980er bis 2000er Jahre | Westlicher Stadtteil mit altem Ortskern aus Sandstein- und Fachwerkbauten, umgeben von großflächigen Wohngebieten mit Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern jüngeren Datums. | Rest- und Baufeuchte unter Estrichen und in Innenwänden der Neubauten mit dichter Gebäudehülle |
Die Stadtteile im Einzelnen
Welche Bauschäden sind in Innenstadt (Altstadt) typisch?
In Innenstadt (Altstadt) dominiert Geschlossene Altstadt innerhalb der erhaltenen Stadtmauer mit ihren drei Toren. Renaissancebauten aus Sandstein prägen das Bild, dazu verputzte Bürgerhäuser mit Fachwerkkonstruktion in den Obergeschossen, tiefe Gewölbekeller und dichte Blockrandbebauung. aus der Zeit Spätmittelalter bis Renaissance und Barock (15. bis 18. Jahrhundert). Der häufigste Schaden ist krustenbildung, Absanden und Abplatzen am Sandstein der Renaissancefassaden und Gewände. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Krustenbildung, Absanden und Abplatzen am Sandstein der Renaissancefassaden und Gewände
- Aufsteigende Feuchtigkeit und Salzausblühungen im Sockelmauerwerk ohne wirksame Horizontalsperre
- Echter Hausschwamm und Insektenbefall in verdeckten Fachwerkhölzern und historischen Dachstühlen
- Statische Schäden durch Deckendurchbrüche und Wanddurchbrüche bei Ladenumbauten im Erdgeschoss
Postleitzahl 96450.
Welche Bauschäden sind in Bahnhofsviertel typisch?
In Bahnhofsviertel dominiert Repräsentative Wohn- und Geschäftshäuser mit reich gegliederten Putz- und Sandsteinfassaden, dazu Villen mit Souterrain. Das Viertel liegt im ehemaligen Überschwemmungsgebiet der Itz und wurde erst nach deren Regulierung dicht bebaut. aus der Zeit Gründerzeit und Jugendstil (1870 bis 1914). Der häufigste Schaden ist eindringendes und drückendes Wasser in den Kellern, wenn die Itz Hochwasser führt. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Eindringendes und drückendes Wasser in den Kellern, wenn die Itz Hochwasser führt
- Fäulnis an den Balkenköpfen der Holzbalkendecken in den durchfeuchteten Außenwänden
- Abplatzender Putz und zerstörter Stuck an den gegliederten Fassaden durch Rissbildung und Salzbelastung
- Fehlende oder wirkungslose Vertikalabdichtung und Drainage bei den Villen mit tiefliegendem Souterrain
Postleitzahl 96450.
Welche Bauschäden sind in Ketschendorf typisch?
In Ketschendorf dominiert Südlicher Stadtteil mit Schloss Ketschendorf, Villen der Jahrhundertwende und großen Wohnanlagen. Der Geschosswohnungsbau der Nachkriegsjahrzehnte arbeitet mit Ziegel- und Hohlblockmauerwerk, Stahlbetondecken, Balkonen und Loggien. aus der Zeit Villen um 1900, Siedlungs- und Geschosswohnungsbau der 1930er bis 1960er Jahre. Der häufigste Schaden ist betonkorrosion und Abplatzungen an auskragenden Balkonplatten und Loggien des Geschosswohnungsbaus. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Betonkorrosion und Abplatzungen an auskragenden Balkonplatten und Loggien des Geschosswohnungsbaus
- Undichte Flachdächer und Attikaanschlüsse mit gealterter Bitumenabdichtung
- Asbesthaltige Faserzementplatten an Fassaden und Nebendächern sowie asbesthaltige Bodenbeläge
- Wärmebrücken an Balkonplatten, Deckenrändern und ungedämmten Kellerdecken mit Schimmel in den Wohnungen
Postleitzahl 96450.
Welche Bauschäden sind in Wüstenahorn typisch?
In Wüstenahorn dominiert Westlich gelegener Stadtteil in Hanglage mit Zeilenbauten, Reihen- und Einfamilienhäusern der Nachkriegszeit. Einschaliges Ziegel- und Hohlblockmauerwerk, Stahlbetondecken, teils Kriechkeller. aus der Zeit 1950er bis 1970er Jahre. Der häufigste Schaden ist hang- und Schichtenwasser drückt gegen die erdberührten Bauteile, weil eine Drainage fehlt. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Hang- und Schichtenwasser drückt gegen die erdberührten Bauteile, weil eine Drainage fehlt
- Schimmel an Außenecken und hinter Möbeln, weil das einschalige Mauerwerk ungedämmt ist
- Feuchte und Fäulnis in Kriechkellern und Holzunterkonstruktionen der Erdgeschossböden
- Risse und Verkippungen an Stützmauern, Garagen und Zufahrten in Hanglage
Postleitzahl 96450.
Welche Bauschäden sind in Neuses typisch?
In Neuses dominiert Ehemals selbständiges Dorf im Norden der Stadt mit Fachwerkhäusern, Sandsteinbauten und ehemaligen Hofstellen. Am Rand Einfamilienhäuser der 1950er bis 1980er Jahre. aus der Zeit 18. und 19. Jahrhundert im Ortskern, Ergänzungen der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist schwellenfäule am Fachwerk, weil das Geländeniveau durch Asphalt und Pflaster über die Schwelle angehoben wurde. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Schwellenfäule am Fachwerk, weil das Geländeniveau durch Asphalt und Pflaster über die Schwelle angehoben wurde
- Feuchtestau im Fachwerk unter nachträglich aufgebrachtem Zementputz und dichten Anstrichen
- Hausbock und Nagekäfer in Balkenlagen, Dachstühlen und Scheunengebälk
- Dauerhaft feuchte Bruchsteinkeller ohne Abdichtung und ohne kontrollierte Lüftung
Postleitzahl 96450.
Welche Bauschäden sind in Creidlitz typisch?
In Creidlitz dominiert Südlicher Stadtteil an der Itz mit einfachen Ziegelwohnhäusern der Industrialisierungszeit, ehemaligen Gewerbe- und Werkstattbauten sowie Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte. aus der Zeit Arbeiterwohnhäuser um 1900 bis 1930, Wohnbau der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist durchfeuchtete Keller durch hohen Grundwasserstand und Rückstau bei Hochwasser der Itz. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Durchfeuchtete Keller durch hohen Grundwasserstand und Rückstau bei Hochwasser der Itz
- Karbonatisierung und Rissbildung an frühen Stahlbetonteilen der Gewerbe- und Nebengebäude
- Sanierungsstau an den einfachen Ziegelwohnhäusern mit Fassadenrissen und schadhaften Fensteranschlüssen
- Feuchte- und Schadstoffprobleme bei der Umnutzung ehemaliger Werkstattgebäude zu Wohnraum
Postleitzahl 96450.
Welche Bauschäden sind in Scheuerfeld typisch?
In Scheuerfeld dominiert Westlicher Stadtteil mit altem Ortskern aus Sandstein- und Fachwerkbauten, umgeben von großflächigen Wohngebieten mit Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern jüngeren Datums. aus der Zeit Dorfkern des 19. Jahrhunderts, Neubaugebiete der 1980er bis 2000er Jahre. Der häufigste Schaden ist rest- und Baufeuchte unter Estrichen und in Innenwänden der Neubauten mit dichter Gebäudehülle. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Rest- und Baufeuchte unter Estrichen und in Innenwänden der Neubauten mit dichter Gebäudehülle
- Algenbewuchs, Risse und Hohlstellen an Wärmedämmverbundsystemen
- Schimmel an Fensterlaibungen und in Schlafräumen nach Fenstertausch ohne Lüftungskonzept
- Feuchte Keller in den Randlagen am Hang, weil Drainage und Abdichtung fehlerhaft ausgeführt wurden
Postleitzahl 96450.
Was die Bausubstanz von Coburg prägt
- Geringe Kriegszerstörung: Laut Wikipedia wurde die Stadt zu rund vier Prozent zerstört. Der Anteil historischer Bausubstanz ist entsprechend hoch, ebenso der Anteil denkmalgeschützter Gebäude.
- Renaissancebauten prägen das Stadtbild: Laut Wikipedia entstanden unter Herzog Johann Casimir Renaissancebauten, die das Stadtbild bis heute bestimmen. Jahrhundertealtes Sandsteinmauerwerk erfordert regelmäßige Zustandsbewertung.
- Hochwassergebiet der Itz: Laut Wikipedia kam es bis zur Errichtung des Hochwasserrückhaltebeckens Froschgrundsee im Jahr 1986 öfter zu Überschwemmungen, insbesondere im tiefer gelegenen Bahnhofsviertel, dem ehemaligen Überschwemmungsgebiet der Itz.
- Tallage zwischen Thüringer Wald und Maintal: Die Hanglagen bringen Schichtenwasser und Stützmauern mit sich, die Talsohle bringt hohe Grundwasserstände.
- Villen- und Jugendstilbestand des späten 19. Jahrhunderts: Reich gegliederte Fassaden mit Stuck und Naturstein sind pflegeintensiv und rissanfällig.
Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet
Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.
Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.